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Friseure Österreich / Lohn-/Gehaltsordnung

Lohnabkommen für Friseurinnen und Friseure

Redaktionelle Anmerkungen Quelle: Gewerkschaft vida


§ 1 Kollektivvertragsparteien
Der Kollektivvertrag wird abgeschlossen zwischen der Bundesinnung der Friseure einerseits und dem Österreichischen Gewerkschaftsbund, Gewerkschaft vida, andererseits.


§ 2 Geltungsbereich
a)  räumlich:
Für das gesamte Gebiet der Republik Österreich.
b)  fachlich:
Für alle Mitgliedsbetriebe, die der Bundesinnung der Friseure angehören.
c)  persönlich:
Für alle in diesen Betrieben beschäftigten Arbeiterinnen und Arbeiter, einschließlich der gewerblichen Lehrlinge, im Folgenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer genannt.


§ 3 Lohnabkommen
Die kollektivvertraglichen Mindestmonatslöhne und Lehrlingseinkommen werden wie folgt neu vereinbart und betragen:
A)  Kollektivvertragliche Mindestmonatslöhne ab 1.4.2021
Lohngruppen
1.) Angelernte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer € 1.522,00
2.) im 1. Jahr der Berufstätigkeit für Friseurinnen und Friseure € 1.551,00
3.) im 2. und 3. Jahr der Berufstätigkeit für Friseurinnen und Friseure € 1.583,00
4.) im 4. und 5. Jahr der Berufstätigkeit für Friseurinnen und Friseure € 1.623,00
5.) ab dem 6. Jahr der Berufstätigkeit für Friseurinnen und Friseure € 1.749,00
a)
Als Friseurin/Friseur gelten alle Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer, welche eine positive facheinschlägige Lehrabschlussprüfung oder eine gleichgehaltene schulische Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und nachgewiesen haben.
b)
Als Jahre der Berufstätigkeit gelten alle Zeiten als Friseurin/Friseur inklusive Zeiten der gesetzlichen Behaltepflicht. Für die Anrechnung von Jahren der Berufstätigkeit ist es ohne Bedeutung, ob diese bei einer/einem oder verschiedenen Arbeitgeberinnen/Arbeitgebern verbracht wurden.
c)
Als angelernte Arbeiternehmerinnen und Arbeiternehmer gelten alle Beschäftigten ohne facheinschlägige Lehrabschlussprüfung. Ausgenommen hiervon sind Beschäftigungsverhältnisse nach Abs. B.
d)
Nach dem Ende der Lehrzeit erhalten alle angelernten Arbeiternehmerinnen und Arbeiternehmer während der gesetzlichen Behaltepflicht 85 % der Lohngruppe „im 1. Jahr der Berufstätigkeit für Friseurinnen und Friseure“, jeweils kaufmännisch gerundet auf volle Eurobeträge.
Mit erfolgreich abgelegter Lehrabschlussprüfung erfolgt die Einstufung in A 2 mit der darauffolgenden Woche.
e)
Bei teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern ist der bei voller wöchentlicher Normalarbeitszeit (§ 4 Abs. 1 Rahmenkollektivvertrag) zustehende Monatslohn (kollektivvertraglicher Mindestmonatslohn bzw. IST-Lohn) durch 173 zu teilen und dann der so ermittelte Stundenlohn mit der vereinbarten Wochenstundenzahl zu multiplizieren. Zur Errechnung des Monatslohns ist der so ermittelte Wochenlohn mit 4,33 zu multiplizieren.
f)
Teilzeitbeschäftigte in einem Arbeitsverhältnis, welches mit einer vereinbarten wöchentlichen Arbeitszeit bis zu 20 Stunden vor dem 1. Februar 2007 begründet wurde, erhalten einen Zuschlag von 10 % auf den jeweils errechneten Stundenlohn.
B)  Monatliche Lehrlingseinkommen / Ausbildungsverhältnis im 2. Bildungsweg/Berufspraktikum - Modeschule Hallein
1.) im 1. Lehrjahr € 580,00
2.) im 2. Lehrjahr € 675,00
3.) im 3. Lehrjahr € 889,00
4.) im 4. Lehrjahr € 980,00
a)
Lehrlinge in einem aufrechten Lehrverhältnis sind je nach Lehrjahr einzustufen.
b)
Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmer, welche bei einer Arbeitgeberin/einem Arbeitgeber eine Ausbildung zur Friseurin/zum Friseur absolvieren möchten, können ein Ausbildungsverhältnis von maximal 18 Monaten vereinbaren. Ziel eines solchen Ausbildungsverhältnisses ist hierbei der Antritt zur außerordentlichen Lehrabschlussprüfung. Die Kosten für den erstmaligen Antritt zur Lehrabschlussprüfung trägt die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber. Ein Berufsschulbesuch ist für diese Ausbildungsform nicht vorgesehen.
Für die ersten zwölf Monate dieses Ausbildungsverhältnisses gebührt das Lehrlingseinkommen des 3. Lehrjahres und ab dem 13. Monat das Lehrlingseinkommen des 4. Lehrjahres.
Personen mit Lehrzeiten im Lehrberuf Friseurin und Perückenmacherin (Stylistin)/Friseur und Perückenmacher (Stylist), jedoch ohne positiver Lehrabschlussprüfung bzw. Absolventinnen/Absolventen einer gleichgehaltenen schulischen Ausbildung, können kein Ausbildungsverhältnis im 2. Bildungsweg vereinbaren.
c)
Schülerinnen/Schüler der Modeschule Hallein mit der Schulausrichtung Hairstyling, Visagistik und Maskenbildnerei, die aufgrund der schulrechtlichen Bestimmung zur Ableistung eines dreimonatigen Betriebspraktikums zwischen dem III und IV Jahrgang verpflichtet sind, haben Anspruch auf ein Lehrlingseinkommen für das 2. Lehrjahr gem. Abs. B pro Monat des Betriebspraktikums, da die Lehrplangestaltung mit der Friseurausbildung erst ab dem II Jahrgang beginnt.
Diese Bestimmung gilt für die Dauer des Schulversuches, danach führen die Kollektivvertragsparteien erneut Gespräche über die Bezahlung während des Betriebspraktikums.


§ 4 Haararbeiterinnen und Haararbeiter
Als Haararbeiterinnen/Haararbeiter gelten alle Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer, welche die Tätigkeiten des Tressierens, Knüpfens, Kordelns, Nähens oder Tambourierens durchführen. Für die Ausübung einer der oben angeführten Tätigkeiten gebührt eine Zulage von € 2,25 pro angefangener Stunde dieser Tätigkeiten.


§ 5 Zulagen
A)  Salonleiterinnen und Salonleiter
Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmer, die vorwiegend Friseurtätigkeiten im Betrieb ausüben und schriftlich vereinbart haben, dass zusätzliche Arbeiten, wie zum Beispiel die Arbeitseinteilung, die Führung von Stundenlisten, die Materialausgabe und deren Bestellung, verrichtet werden, erhalten für die zusätzliche Ausübung dieser Tätigkeiten eine monatliche Zulage in Höhe von 13 % des kollektivvertraglichen Mindestmonatslohnes gemäß § 3 Abs. A kaufmännisch gerundet auf volle Eurobeträge, pro Monat.
B)  Ausbilderinnen und Ausbilder
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in einem Lehrvertrag als Ausbilderin bzw. Ausbilder eingetragen sind, erhalten für die Zeit der Eintragung zu ihrem zuletzt ausbezahlten Lohn, ohne Rücksicht auf die Anzahl der von ihnen auszubildenden Lehrlinge, eine monatliche Zulage in Höhe von 10 % des kollektivvertraglichen Mindestmonatslohnes für Friseurinnen und Friseure gemäß § 3 Abs. A, kaufmännisch gerundet auf volle Eurobeträge, pro Monat.
C)  Kumulierte Zulage
Beim Zusammentreffen der Zulagen gemäß Abs. A und B gebührt Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmern eine monatliche kumulierte Zulage in Höhe von 20 % des kollektivvertraglichen Mindestmonatslohnes für Friseurinnen und Friseure gemäß § 3 Abs. A, kaufmännisch gerundet auf volle Eurobeträge, pro Monat.


§ 6 Begünstigungsklausel
Bestehende günstigere Vereinbarungen zwischen Arbeitgeberinnen/Arbeitgebern und Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern werden durch diesen Kollektivvertrag nicht berührt.


§ 7 Abänderung des § 18 Abs. 3 Rahmenkollektivvertrag
Aufgrund der Verschiebung des Inkrafttretens der Novellierung der Kündigungsbestimmungen des § 1159 ABGB in der Fassung des Bundesgesetzes, BGBl. I Nr. 153/2017, gilt § 18 Abs. 3 des Rahmenkollektivvertrages für Friseurinnen und Friseure ebenfalls erst ab dem Inkrafttreten von § 1159 ABGB in der Fassung des Bundesgesetzes, BGBl. I Nr. 153/2017, und gilt daher für Kündigungen, die nach dem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes ausgesprochen werden.


§ 8 Geltungsbeginn
Dieser Kollektivvertrag tritt mit 1.4.2021 in Kraft.



Wien, am 15. Februar 2021
Für die
Bundesinnung der Friseure
1040 Wien, Wiedner Hauptstraße 63
KommR Wolfgang Eder Mag. Jakob Wild
Bundesinnungsmeister Geschäftsführer
Für den
Österreichischen Gewerkschaftsbund
Gewerkschaft vida,
1020 Wien, Johann Böhm-Platz 1
Roman Hebenstreit Bernd Brandstetter
Vorsitzender Bundesgeschäftsführung
Christine Heitzinger Andreas Gollner
Fachbereichsvorsitzende Fachbereichssekretär
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