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KV-Infoplattform

Fleischwarenindustrie / Lohn-/Gehaltsordnung

Lohnvertrag

abgeschlossen zwischen dem Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie Österreichs,
VERBAND DER FLEISCHWARENINDUSTRIE

1030 Wien, Zaunergasse 1-3 und dem Österreichischen Gewerkschaftsbund, Gewerkschaft PRO-GE, 1020 Wien, Johann-Böhm-Platz 1.
Redaktionelle Anmerkungen Quelle: Gewerkschaft PRO-GE


I. Geltungsbereich
Dieser Lohnvertrag gilt:
a.  Räumlich:
Für das Gebiet der Republik Österreich.
b.  Fachlich:
Für alle Mitgliedsfirmen des Verbandes der Fleischwarenindustrie.
c.  Persönlich:
Für alle in den vorgenannten Betrieben beschäftigten ArbeitnehmerInnen, soferne sie nicht dem Angestelltengesetz unterliegen.


II. Geltungsbeginn
Dieser Lohnvertrag tritt am 1. Juli 2018 in Kraft.


III. Löhne
A.  Die nachstehend angeführten Lohnsätze gelten auf Basis einer 38,5-stündigen Wochenarbeitszeit.
Der Stundenlohn errechnet sich wie folgt und wird mit vier Nachkommastellen ausgewiesen:
Monatslohn : 167 = Stundenlohn
FleischerInnen und PferdefleischerInnen Stunden­lohn
Monats­lohn
1. PartieführerInnen, 1. u. 2. GehilfInnen, selbständ. StockarbeiterInnen, SelchdritterInnen, SalzerInnen, AusschneiderInnen 15,0108 2.506,81
2. FacharbeiterInnen, StockarbeiterInnen; MechanikerInnen, ElektrikerInnen u. SchlosserInnen jeweils nach 2-jähriger Betriebszugehörigkeit 13,7939 2.303,58
3. MaschinistInnen, geprüfte HeizerInnen, ProfessionistInnen, KraftfahrerInnen 12,9481 2.162,34
4. FacharbeiterInnen im 1. Berufsjahr 12,5808 2.101,00
5. Angelernte ArbeitnehmerInnen, HubstaplerfahrerInnen 10,6029 1.770,68
6. ArbeitnehmerInnen 10,2069 1.704,55
7. ArbeitnehmerInnen in den ersten 3 Monaten, danach Kategorie 6 8,9820 1.500,00
8. LadnerInnen nach dem 1. Jahr der Tätigkeit als LadnerInnen 10,2009 1.703,55
9. LadnerInnen im 1. Jahr der Tätigkeit als LadnerInnen 9,1442 1.527,08

Abzug für Quartier pro Tag € 1,3808
B.  Lehrlinge
€ monatlich
Im 1. Lehrjahr 721,36
Im 2. Lehrjahr 927,46
Im 3. Lehrjahr 1.339,67
Im 4. Lehrjahr 1.442,72

Abzug für Quartier bei Lehrlingen pro Woche € 1,3808
C.  Zulage für HubstaplerfahrerInnen
HubstaplerfahrerInnen der Kategorie 5 erhalten für die Zeit der tatsächlichen Ausübung ihrer Tätigkeit eine Zulage zum kollektivvertraglichen Stundenlohn von 7,5 %.
D.  Zulage für angelernte ArbeitnehmerInnen der Kategorie 5
Angelernten ArbeitnehmerInnen gebührt nach insgesamt einjähriger Tätigkeit in einem oder mehreren der folgenden Bereiche:
a.
Facharbeit in der Fleischzerlegung oder
b.
Wurstabfüllen (ausgenommen HandfüllerInnen) oder
c.
Wurstabbinden bzw. Wurstdrehen oder
d.
Schlachtarbeiten

für die Zeit der weiteren tatsächlichen Ausübung einer dieser Tätigkeiten eine Zulage von 5 %, wobei die Höhe dieser Zulage nach insgesamt zweijähriger Tätigkeit auf 10 % ansteigt, zum kollektivvertraglichen Lohn. Bereits bestehende innerbetriebliche Besserstellungen werden angerechnet.
E.  Zulage für Aushilfskräfte
Aushilfen unter einer Woche erhalten 20 % Aufschlag auf den Lohn in allen angeführten Lohnkategorien.


IV. Dienstalterszulage
ArbeitnehmerInnen, die mindestens 5 Jahre ununterbrochen im Betrieb beschäftigt sind, haben Anspruch auf eine Dienstalterszulage, die wie folgt festgelegt wird:
Zulage zum kollektivvertraglichen Stundengrundlohn
Nach dem vollendeten 5. Dienstjahr € 0,1319
nach dem vollendeten 10. Dienstjahr € 0,1718
nach dem vollendeten 15. Dienstjahr € 0,2539
nach dem vollendeten 20. Dienstjahr € 0,3468
nach dem vollendeten 25. Dienstjahr € 0,4494

Diese Zulage hat Entgeltcharakter und ist daher bei der Berechnung von Urlaubsentgelt, Urlaubszuschuss, Weihnachtsremuneration, Krankengeldzuschuss, Abfertigung sowie bei der Berechnung von Zuschlägen gem. § 10 und Zulagen gem. § 12 Rahmenkollektivvertrag zu berücksichtigen.
Betriebliche Regelungen, die den Charakter einer Dienstalterszulage haben, sind auf die gegenständliche Vereinbarung anzurechnen.


V. Zehrgelder
Alle ArbeitnehmerInnen, die außerhalb des Betriebes Arbeitsverrichtungen durchzuführen haben, erhalten folgende Vergütungen im Sinne des § 13 Rahmenkollektivvertrag in der jeweils geltenden Fassung:
Bei einer ununterbrochenen betriebsbedingten Abwesenheit vom Betrieb von mehr als 6 Stunden € 10,09
bei einer ununterbrochenen betriebsbedingten Abwesenheit vom Betrieb von mehr als 9 Stunden € 17,83
ArbeitnehmerInnen, die außerhalb des Betriebes beschäftigt werden und keine Möglichkeit zur Einnahme des Mittagessens im Betrieb oder in einer Filiale des Betriebes während der betrieblichen Mittagszeit haben, erhalten eine Vergütung von € 6,83
Günstigere betriebliche Regelungen bleiben aufrecht.


Wien, am 4. Juli 2018
FACHVERBAND DER NAHRUNGS- UND GENUSSMITTELINDUSTRIE
Obmann Geschäftsführerin
GD KR DI Johann MARIHART Mag. Katharina KOSSDORFF
VERBAND DER FLEISCHWARENINDUSTRIE
Obmann Geschäftsführerin
KR Karl SCHMIEDBAUER Mag. Katharina KOSSDORFF
ÖSTERREICHISCHER GEWERKSCHAFTSBUND
GEWERKSCHAFT PRO-GE
Bundesvorsitzender Bundessekretär
Rainer WIMMER Peter SCHLEINBACH
Sekretär
Erwin A. KINSLECHNER

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