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KV-Infoplattform

Chemische Industrie / Öst. Stickstoffwerke AG / Zusatz / Beilage

Vereinbarung über die Einführung einer neuen Lohnordnung



Vereinbarung über die Einführung einer neuen Lohnordnung
Unternehmensleitung und Belegschaftsvertretung kommen überein, im Sinne der leistungswirtschaftlichen Sanierung des Unternehmens eine neue Lohnordnung mit nachstehenden Inhalten einzuführen:
1.Grund(=Tarif)lohn und Tarifzulage (vgl. Beilage F zum Kollektivvertrag der Chemiearbeiter vom 14. Mai 1993) werden bei jedem Arbeiter/jeder Arbeiterin der Höhe nach addiert und in einem einheitlichen Grundwert (GW) zusammengefaßt.

Anmerkung:
Die Tarifzulage (S 600,-- brutto p.m.) wurde auf den Lohnnachweisen NICHT gesondert ausgewiesen, sondern dem Persönlichen Leistungsanteil zugezählt. Daher ist sie vor der Addition mit dem Grund(=Tarif)lohn dort abzuziehen.
2.Dienstaltersanteil, Berufserfahrungswert, Persönlicher Leistungsanteil (abzüglich der Tarifzulage von S 600,-- brutto p.m.: vgl. die Anmerkung zu Punkt 1.) und allfällige Ausgleichszulagen werden bei jedem Arbeiter/jeder Arbeiterin der Höhe nach addiert und in einem einheitlichen Erfahrungswert (EW) zusammengefaßt.
Dieser Erfahrungswert wird auf den Lohnnachweisen als Prozentsatz des jeweiligen Grundwertes UND als absoluter Schillingbetrag ausgewiesen.
3.Die Höhe des Erfahrungswertes wird mit maximal 40 Prozent des jeweiligen Grundwertes begrenzt.
4.Allfällige Funktionszulagen werden auf Basis des jeweiligen Grundwertes bemessen (Vorarbeiter: 15 Prozent, Partieführer: 9 Prozent) und stehen NEBEN Grundwert und Erfahrungswert.
5.Schichtpauschalien werden weiterhin auf Basis des jeweiligen Ist-Lohnes bemessen.
6.Bei Neueintritten nimmt der Erfahrungswert folgende Entwicklung:
   Jahre                                         EW
(in Prozent des GW)
0 (Eintritt oder Auslernen) 5 (= 5)
2-10 4 (pro Biennium) (=20)
12-24 2 (pro Biennium) (=14)
25 1 (= 1)
________________________________________________________________
25 40
Lehrzeiten bleiben demnach völlig außer Betracht.
Die Vorrückungen fallen stets mit dem Ersten jenes Kalendermonats an, in dem der Eintritt oder das Auslernen stattfand.
7.Die Kategorien "02 Sonstige Arbeiter III (nur für Neueintritte)" und "08 Facharbeiter II (nur für Neueintritte)" der Firmen-Lohntabelle (vgl. Beilage F zum Kollektivvertrag der Chemiearbeiter vom 14. Mai 1993) entfallen. Die bisher dort eingereihten ArbeiterInnen erhalten die Kategorien "02 Sonstige Arbeiter III" (künftiger Grundwert: S 13.000,-- brutto p.m.) bzw. "08 Facharbeiter II" (künftiger Grundwert: S 15.844,-- brutto p.m.).
8.Die Heranführung jener Erfahrungswerte (gemäß Punkt 2.), die UNTER 40 Prozent des jeweiligen Grundwertes liegen, erfolgt NACH DER STAFFEL IN PUNKT 6., und zwar ORIENTIERT AN DEN AB EINTRITT ODER AUSLERNEN IM UNTERNEHMEN ZURÜCKGELEGTEN JAHREN. Die Heranführung orientiert sich also NICHT am bereits erreichten Prozentsatz des Erfahrungswertes.
Beispiel: EinArbeiter, der seit seinem Auslernen im Unternehmen 7 Jahre zurückgelegt hat und einen Erfahrungswert von 20 Prozent ausweist, rückt nach einem und nach weiteren zwei Jahren um je 4 Prozent und dann in sechs Biennien um je 2 Prozent vor, sodaß er noch 15 Jahre benötigt, um den maximalen Erfahrungswert von 40 Prozent zu erreichen. Lehrzeiten bleiben demnach völlig außer Betracht.
Die Vorrückungen fallen stets mit dem Ersten jenes Kalendermonats an, in dem der Eintritt oder das Auslernen stattfand.
Bruchhafte Prozentsätze, die sich aus der Umrechnung ergeben, werden bei der ersten anfallenden Vorrückung auf den nächsten ganzen Prozentsatz aufgerundet (z.B. von 18,43 auf 19 Prozent).
9.Die Aufsaugung jener Erfahrungswerte (gemäß Punkt 2.), die ÜBER 40 Prozent des jeweiligen Grundwertes liegen, erfolgt durch Nichtumsetzung der kollektivvertraglich zu vereinbarenden Erhöhungen in den Jahren 1994 und 1995 auf diese Löhne. Diese Nichtumsetzung geht nur soweit, bis der Erfahrungswert 40 Prozent des jeweiligen Grundwertes erreicht hat.
Die Aufsaugung jener Erfahrungswerte, die nach der Aufsaugung 1995 noch ÜBER 40 Prozent des jeweiligen Grundwertes liegen, wird fortgeführt, indem die Umsetzung der kollektivvertraglich zu vereinbarenden Erhöhungen 1996 und danach auf diese Löhne nur mit der Hälfte des jeweiligen Erhöhungsbetrages erfolgt. Dieser Erhöhungsbetrag ist jener Schillingbetrag, der sich aus der Erhöhung des ANGESTREBTEN Ist-Lohnes (jeweiliger Grundwert PLUS 40 Prozent) um den jeweiligen Prozentsatz ergibt. Jene Erfahrungswerte, die noch ÜBER 40 Prozent des jeweiligen Grundwertes liegen, werden also AUCH RECHNERISCH NICHT ERHÖHT.
Jene ArbeiterInnen, die von der Aufsaugung 1994 bzw. danach betroffen sind, erhalten am Ende des ersten Monats der neuen KV-Periode (bisher üblicherweise Ende Mai) des jeweiligen Jahres eine EINMALIGE Abschlagszahlung. Das Bruttoausmaß dieser Abschlagszahlung ergibt sich, indem der jeweilige (persönliche) Aufsaugungsbetrag mit 14 multipliziert wird.
10.In den Jahren 1994, 1995, 1996 und 1997 werden die Grundwerte (Beträge in den Kategorien der Firmen-Lohntabelle) bei den kollektivvertraglich zu vereinbarenden Erhöhungen um den Prozentsatz für die KV-Mindestlöhne erhöht.
In den Jahren 1998 und 1999 werden die Grundwerte (Beträge in den Kategorien der Firmen-Lohntabelle) bei den kollektivvertraglich zu vereinbarenden Erhöhungen um den Prozentsatz für die Ist-Löhne erhöht.
2000 und danach werden die Grundwerte (Beträge in den Kategorien der Firmen-Lohntabelle) bei den kollektivvertraglich zu vereinbarenden Erhöhungen dann nach freier Übereinkunft der Betriebs- und Kollektivvertragspartner erhöht.
11.Diese Vereinbarung tritt am 1. Jänner 1994 in Kraft.
12.Mit Ablauf des 31. Dezember 1993 verlieren die betrieblichen Vereinbarungen vom 14. Februar 1968 (Dienstalterszulage), vom 25. Februar 1970 (Dienstalterszulage), vom 30. September 1988 (Persönlicher Leistungsanteil), vom 12. April 1990 (Persönlicher Leistungsanteil) und vom 20. November 1990 (Persönlicher Leistungsanteil) jede Wirksamkeit für die Chemie Linz Gesellschaft m.b.H. und deren allfällige Nachfolgebetriebe.
Linz, am 30. Dezember 1993
Chemie Linz Gesellschaft m.b.H. Betriebsrat Arbeiter
RISAK e.h. PLECKINGER e.h.
SCHWARZ e.h. WEIBEL e.h.
GUNDOLF e.h.

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