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Baugewerbe u. Bauindustrie Angestellte / Zusatz

Anhang zum Kollektivvertrag


für Angestellte der Baugewerbe und der Bauindustrie

1. Mai 2021
Redaktionelle Anmerkungen Quelle: Wirtschaftskammer Österreich
Kollektivvertrag
vom 1. Mai 2021

abgeschlossen zwischen der Bundesinnung Bau und dem Fachverband der Bauindustrie einerseits und dem Österreichischen Gewerkschaftsbund, Gewerkschaft der Privatangestellten, Wirtschaftsbereich Bau, Wohnbau, andererseits, zur Abänderung bzw. Ergänzung des Kollektivvertrages für Angestellte der Baugewerbe und der Bauindustrie vom 28. September 1948, in der Fassung vom 1. Mai 2020.


I. Abänderung des Anhanges zum Kollektivvertrag
Der Anhang zum Kollektivvertrag für Angestellte der Baugewerbe vom 28. September 1948, in der Fassung vom 1. Mai 2020, wird abgeändert wie folgt:
1.  Schichtarbeit laut § 7 (7)
mit Geltung ab 1.5.2021 in Euro
6,94
2.  Mindestgrundgehaltstafel
Gemäß § 10 Ziff. 3 des Kollektivvertrages für Angestellte:
A1 Hilfskräfte
mit Geltung ab 1.5.2021
in €
im 1. & 2. Jahr 1.827,00
nach dem 2. Jahr 1.911,00
nach dem 4. Jahr 1.972,00
nach dem 6. Jahr 2.049,00
nach dem 8. Jahr 2.127,00
nach dem 10. Jahr 2.207,00
der Gruppenzugehörigkeit
A2 Gehilfen
mit Geltung ab 1.5.2021
in €
im 1. & 2. Jahr 2.168,00
nach dem 2. Jahr 2.273,00
nach dem 4. Jahr 2.379,00
nach dem 6. Jahr 2.486,00
nach dem 8. Jahr 2.592,00
nach dem 10. Jahr 2.697,00
der Gruppenzugehörigkeit
A3 Fachkräfte
mit Geltung ab 1.5.2021
in €
im 1. & 2. Jahr 2.778,00
nach dem 2. Jahr 2.919,00
nach dem 4. Jahr 3.060,00
nach dem 6. Jahr 3.201,00
nach dem 8. Jahr 3.341,00
nach dem 10. Jahr 3.483,00
der Gruppenzugehörigkeit
A4 Fachkräfte in gehobener Stellung
mit Geltung ab 1.5.2021
in €
im 1. & 2. Jahr 3.958,00
nach dem 2. Jahr 4.167,00
nach dem 4. Jahr 4.379,00
nach dem 6. Jahr 4.584,00
nach dem 8. Jahr 4.795,00
nach dem 10. Jahr 5.003,00
der Gruppenzugehörigkeit

A5 Leiter von Großbaustellen und Leiter selbstständiger Abteilungen
mit Geltung ab 1.5.2021
in €
im 1. & 2. Jahr 5.582,00
nach dem 2. Jahr 5.787,00
nach dem 4. Jahr 5.993,00
nach dem 6. Jahr 6.198,00
nach dem 8. Jahr 6.400,00
der Gruppenzugehörigkeit
M1 Meister, Poliere und P1 Tiefbaupoliere
mit Geltung ab 1.5.2021
in €
im 1. & 2. Jahr 3.243,00
nach dem 2. Jahr 3.369,00
nach dem 4. Jahr 3.495,00
nach dem 6. Jahr 3.620,00
nach dem 8. Jahr 3.743,00
nach dem 10. Jahr 3.869,00
der Gruppenzugehörigkeit

M2 Meister, Poliere und P2 Tiefbaupoliere
mit Geltung ab 1.5.2021
in €
im 1. & 2. Jahr 3.450,00
nach dem 2. Jahr 3.587,00
nach dem 4. Jahr 3.727,00
nach dem 6. Jahr 3.861,00
nach dem 8. Jahr 4.001,00
nach dem 10. Jahr 4.137,00
der Gruppenzugehörigkeit
HP Meister, Poliere und OM Tiefbaupoliere
mit Geltung ab 1.5.2021
in €
im 1. & 2. Jahr 3.829,00
nach dem 2. Jahr 3.983,00
nach dem 4. Jahr 4.138,00
nach dem 6. Jahr 4.289,00
nach dem 8. Jahr 4.443,00
nach dem 10. Jahr 4.596,00
der Gruppenzugehörigkeit
Obermeister
Bei der Umreihung in die Beschäftigungsgruppe Obermeister sind Zeiten einer Tätigkeit als Obermeister vor Inkrafttreten des KV vom 21. März 1979 wie folgt zu berücksichtigen:
Es sind aus einer Tätigkeit als Obermeister so viele Beschäftigungsgruppenjahre in der Gruppe OM anzurechnen, dass der Angestellte das seiner bisherigen Einstufung entsprechende nächsthöhere Mindestbruttomonatsgehalt der Beschäftigungsgruppe Obermeister erhält.
Zur Feststellung des bisherigen und des nächsthöheren Mindestbruttomonatsgehaltes ist die ab 1. Mai 2021 geltende Gehaltstabelle heranzuziehen.
3.  Erhöhung der Ist-Gehälter
Bei jenen Angestellten, die höhere als die im Kollektivvertrag für Angestellte der Baugewerbe und der Bauindustrie festgelegten Gehälter beziehen, ist deren bisheriges Gehalt um den Differenzbetrag zu erhöhen, der sich aus dem bisherigen kollektivvertraglichen Gehalt (1.5.2020) und den entsprechenden Sätzen des Kollektivvertrages vom 1.5.2021 ergibt.
4.  Lehrlingsentschädigung für kaufmännische und bautechnische Zeichnerlehrlinge
Gemäß § 10 Ziff. 4 des Kollektivvertrages für Angestellte
pro Monat mit Geltung ab 1.5.2021
in €
1. Lehrjahr 795,00
2. Lehrjahr 1.021,00
3. Lehrjahr 1.267,00
4. Lehrjahr 1.507,00
5.  Ferialpraktikanten
monatlich € 1.073,00
6.  Erschwerniszulagen
Zu § 14:
Im Abs. 2 beträgt die Zulage je Arbeitsstunde bei einer Beschäftigung
mit Geltung ab 1.5.2021
in €
a) unter Tag (in Stollen, Tunnels und in oben geschlossenen Kanälen) 2,20
b) in Höhen von 800 bis 1200 m 1,66
in Höhen von mehr als 1200–1600 m 2,20
in Höhen von mehr als 1600–2000 m 2,67
sofern die Baustelle bis 200 m über einer geschlossenen Wohnsiedlung liegt 1,36
in Höhen von mehr als 2000 m 3,87
sofern die Baustelle bis 200 m über einer geschlossenen Wohnsiedlung liegt 1,96
c) Druckluftzulage bis zu 0,5 kg pro cm² Überdruck 4,45
bis zu 1,0 kg pro cm² Überdruck 6,68
bis zu 1,5 kg pro cm² Überdruck 8,90
bis zu 2,0 kg pro cm² Überdruck 12,23
bis zu 2,5 kg pro cm² Überdruck 21,16
bis zu 3,0 kg pro cm² Überdruck 28,93


II. Übergangs- und Schlussbestimmungen
Die im Abschnitt I dieses Kollektivvertrages angeführten Bestimmungen treten, sofern kein anderer Inkrafttretungszeitpunkt bestimmt ist, mit 1. Mai 2021 in Kraft.



Wien, am 1. Mai 2021
BUNDESINNUNG BAU
FACHVERBAND DER BAUINDUSTRIE
GEWERKSCHAFT GPA
WIRTSCHAFTSBEREICH BAU, WOHNBAU
Niederschrift
vom 1. April 1981

Die Bundesinnung der Baugewerbe und der Fachverband der Bauindustrie sowie die Gewerkschaft der Privatangestellten, Sektion Industrie und Gewerbe, kamen überein, die nachfolgende Empfehlung zu vertreten:


Empfehlung
Die Bundesinnung der Baugewerbe und der Fachverband der Bauindustrie empfehlen ihren Mitgliedern, zwecks Absicherung ihrer aufsichtsführenden Angestellten (Bauleiter, Sicherheitsingenieure, Meister, Poliere, Maschinenmeister usw) gegen Heranziehung zur Haftung bei Überschreiten der Deckungssummen der betrieblichen Haftpflichtversicherung anlässlich eines Schadenereignisses die von der Gewerkschaft der Privatangestellten, Sektion Industrie und Gewerbe, mit mehreren Versicherungsanstalten als Rahmenvertrag abgeschlossene Zusatzhaftpflichtversicherung abzuschließen. Die derzeitige Prämie hiefür beträgt pro Jahr S 480,00.
Zum Abschluss dieser Zusatzhaftpflichtversicherung wäre mit der Gewerkschaft der Privatangestellten, Sektion Industrie und Gewerbe, Verbindung aufzunehmen.
Wien, am 1. Mai 1986
BUNDESINNUNG DER BAUGEWERBE

FACHVERBAND DER BAUINDUSTRIE
GEWERKSCHAFT DER PRIVATANGESTELLTEN

SEKTION INDUSTRIE UND GEWERBE
Zusatzkollektivvertrag
für Betriebsentsendungen ins Ausland vom 1.5.2011 in der Fassung vom 1.11.2011

abgeschlossen zwischen der Bundesinnung Bau und dem Fachverband der Bauindustrie einerseits und dem Österreichischen Gewerkschaftsbund, Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier, Wirtschaftsbereich Bau, Wohnbau, andererseits.


§ 1 Geltungsbereich
Dieser Zusatzkollektivvertrag gilt für alle Angestellten, die dem Kollektivvertrag für Bauindustrie und Baugewerbe unterliegen.
Er ist für alle Entsendungen, die nach dem 1.5.2011 beginnen, anzuwenden und gilt auf unbestimmte Zeit.


§ 2 Betriebsentsendung ins Ausland
Eine Betriebsentsendung ins Ausland liegt vor, wenn der Angestellte im Auftrag des Arbeitgebers eine Arbeitsleistung an einem Ort außerhalb des österreichischen Staatsgebiets erbringt, sofern der Einsatz an diesem auswärtigen Ort länger als 30 Tage dauert und der Angestellte nicht täglich an seinen Wohnort zurückkehrt. Heimfahrten an arbeitsfreien Tagen unterbrechen die Frist von 30 Tagen nicht.


§ 3 Vorbereitung der Entsendung ins Ausland
1.  Entsendevereinbarung
Vor der Entsendung eines Mitarbeiters ins Ausland muss das Einvernehmen zwischen dem Arbeitgeber und dem zu entsendenden Angestellten über die Umstände der Entsendung hergestellt werden. Der diesem Zusatzkollektivvertrag beiliegende Anhang („Auslandsentsendung-Checkliste“) wird von den Sozialpartnern zur Anwendung empfohlen.
2.  Behördliche Bewilligungen
Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die für die Tätigkeit des Angestellten im Einsatzland erforderlichen behördlichen und sonstigen Bewilligungen auf seine Kosten einzuholen. Für den Fall, dass sich aufgrund fehlender Bewilligungen ein verspäteter Zeitpunkt des Auslandseinsatzes ergibt, hat der Arbeitgeber dem Angestellten die frustrierten Kosten zu ersetzen.
Der Angestellte ist verpflichtet, am Erlangen der erforderlichen Bewilligungen im notwendigen Ausmaß mitzuwirken.
Abweichend von diesen Bestimmungen ist der Angestellte verpflichtet, auf eigene Kosten ein amtliches Reisedokument (Reisepass) rechtzeitig zu beschaffen.
3.  Ärztliche Untersuchungen
Der Angestellte soll sich den vorgeschriebenen ärztlichen Untersuchungen, Impfungen und dergleichen unterziehen, wobei der Arbeitgeber entsprechende Information, Unterstützung und den notwendigen Kostenersatz gewährt.


§ 4 Auslandseinsatz
1.  Beginn und Ende der Entsendung
Die Entsendung beginnt – sofern nicht anders vereinbart – mit dem Tag der Anreise ins Einsatzland. Die Entsendung endet mit dem letzten Einsatztag im Einsatzland, wobei Zeiten der Vorbereitung der unmittelbaren Rückreise und die Rückreise selbst zur Entsendung zählen. Allenfalls vereinbarte Heimfahrten nach Österreich unterbrechen die Entsendung nicht.
2.  Verhalten während des Auslandseinsatzes
Der Angestellte ist während seines Auslandseinsatzes verpflichtet, die Gesetze, Vorschriften, Sitten und Gebräuche des Einsatzlandes zu beachten und die Interessen des Arbeitgebers durch sein betriebliches und außerbetriebliches Verhalten nicht zu beeinträchtigen.
3.  Sozialversicherung
Der Angestellte ist nach den jeweils geltenden Be-stimmungen bei der Sozialversicherung anzumelden. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, möglichst lange ei-ne Sozialversicherungspflicht in Österreich zu erwirken.
4.  Erkrankung oder Unfall im Einsatzland
Im Falle einer Erkrankung ist der Vorgesetzte unverzüglich zu verständigen. Ebenso ist die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit unverzüglich dem Vorgesetzten mitzuteilen.
Sofern die erforderliche medizinische Versorgung im Einsatzland nicht gewährleistet ist, sorgt der Arbeitgeber auf seine Kosten für einen Rücktransport des Angestellten.
Ist die ärztliche Behandlung oder Unterbringung in einem Krankenhaus notwendig, so übernimmt der Arbeitgeber als Ausfallshaftung jene Kosten, die im Einsatzland anfallen und nicht von einem anderen Kostenträger erstattet werden. Der Arbeitgeber muss allerdings keine Kosten für Leistungen übernehmen, die vom österreichischen Krankenversicherungsträger nicht getragen werden (zB Kosten für Zahnkronen, Brillen, etc). Das Recht auf Rückforderung aus der Übernahme dieser Kosten geht auf den Arbeitgeber über.
Bei einer voraussichtlich länger dauernden Arbeitsunfähigkeit wird die vorzeitige Rückberufung im Einvernehmen mit dem behandelnden Arzt veranlasst.
5.  Tod des Angestellten
Verstirbt der Angestellte während des Auslandseinsatzes, übernimmt der Arbeitgeber die erforderlichen Kosten für die Rückführung und ist auf Verlangen der Hinterbliebenen bei der administrativen Abwicklung behilflich.
6.  Höhere Gewalt
Im Falle einer persönlichen Gefährdung des Angestellten am Einsatzort durch Ereignisse wie zB Krieg oder innenpolitische Unruhen ist der Angestellte berechtigt, die Heimreise anzutreten. Vor Antritt der Heimreise ist nach Möglichkeit das Einvernehmen mit dem Arbeitgeber herzustellen; bei Gefahr im Verzug genügt die nachträgliche Mitteilung.
Wird der Angestellte an der Erbringung der Arbeitsleistung sowie an der Heimreise gehindert, gebührt ihm der festgelegte Auslandsbezug weiter.
7.  Beförderungsmittel für Reisen zwischen Heimatland und Einsatzland
Die Wahl des Beförderungsmittels und die Festlegung der Reiseroute obliegen dem Arbeitgeber, wobei dieser die Interessen des Angestellten zu berücksichtigen hat.
8.  Unterkunft am Einsatzort
Der Arbeitgeber stellt dem Angestellten eine angemessene Unterkunft am Einsatzort kostenlos bei.
9.  Abrechnung
Der Angestellte hat zur Geltendmachung der in den Z 7 und 8 beschriebenen Ansprüche umgehend die entsprechenden Belege dem Arbeitgeber vorzulegen, der diese bei der nächstmöglichen Abrechnung zu berücksichtigen hat.
Die Ansprüche verfallen innerhalb von drei Monaten ab dem Entstehen. Ist der Angestellte unverschuldet an der Geltendmachung verhindert, verfällt der Erstattungsanspruch innerhalb von zwei Monaten nach dem Wegfall der Verhinderung.
10.  Dienstreisen im Einsatzland
Für Dienstreisen im Einsatzland gelten die Bestimmungen der §§ 16 bis 22 Kollektivvertrag für Angestellte der Baugewerbe und der Bauindustrie mit folgenden Modifikationen:
a.
An die Stelle des Aufnahmeorts und des Wohnorts des Arbeitnehmers tritt der Ort (Gemeinde), an den die Entsendung erfolgt.
b.
Eine Dienstreise im Einsatzland liegt vor, wenn der Arbeitnehmer im Auftrag des Arbeitgebers eine Arbeitsleistung an einem anderen Ort als dem Ort der Entsendung erbringt.
c.
Ein Anspruch auf ein zusätzliches Taggeld gebührt nicht. Führt die Dienstreise jedoch in einen anderen Staat (als das Einsatzland), ist das allenfalls im Entsendevertrag vereinbarte Taggeld entsprechend zu erhöhen.
d.
Ein Anspruch auf Nächtigungsvergütung (§ 18) besteht auch dann, wenn der Arbeitgeber für dieselbe Nacht die Kosten der Quartiervorhaltung für das Quartier am Ort der Entsendung übernimmt.
e.
Die Heimfahrtsregelung (§ 19) kommt nicht zur Anwendung. Der Angestellte ist jedoch berechtigt, die allenfalls im Entsendevertrag vereinbarte Heimfahrt nach Österreich am Ende einer Dienstreise im Einsatzland vom Ziel der Dienstreise aus (anstelle vom Ort der Entsendung aus) anzutreten.


§ 5 Arbeitsrechtliche Bestimmungen
1.  Arbeitszeit
Die Arbeitszeit im Einsatzland richtet sich nach den jeweiligen betrieblichen Baustellenerfordernissen unter Berücksichtigung der landesspezifischen Sonn- und Feiertagsbestimmungen.
2.  Pauschalierung
Anstelle der Bestimmung des § 15 Kollektivvertrag für Angestellte der Baugewerbe und der Bauindustrie tritt folgende Bestimmung:
Die Entgelte gemäß § 7 Absatz 2 und 3 (Überstunden), sowie Zulagen gemäß § 14 (Erschwerniszulagen) sowie eine allfällige besondere Vergütung für die Dauer des Auslandsaufenthalts können als Pauschalbetrag festgesetzt werden.
Wird ein derartiger Pauschalbetrag vereinbart, ersetzt dieser für die Dauer der Auslandsentsendung einen allenfalls nach § 15 Kollektivvertrag für Angestellte der Baugewerbe und der Bauindustrie vereinbarten Pauschalbetrag.
3.  Arbeitssicherheit
Dem Mitarbeiter ist die nach den österreichischen Rechtsvorschriften vorgesehene Schutzbekleidung und -ausrüstung zur Verfügung zu stellen, sofern die Rechtsordnung des Einsatzlandes nicht zwingend einen höheren Standard verlangt.


§ 6 Regelung nach dem Auslandseinsatz
Nach der Rückkehr aus dem Ausland wird dem Angestellten eine Aufgabe übertragen, die seiner bisherigen Tätigkeit im Inland mindestens vergleichbar ist. Eine möglicherweise anspruchsvollere Tätigkeit während des Auslandseinsatzes begründet jedoch keine Ansprüche hinsichtlich des Einsatzes nach Rückkehr des Arbeitnehmers.


§ 7 Schlichtung von Streitigkeiten
Die Bestimmung des § 27 Kollektivvertrag für Angestellte der Baugewerbe und der Bauindustrie findet sinngemäß auch auf diesen Zusatzkollektivvertrag Anwendung.


Anhang
„Auslandsentsendung-Checkliste“
  • Reise
    • Reisezeit
    • Verkehrsmittel
    • Häufigkeit
    • Gepäck
  • Unterkunft
    • Unterbringungsstandard
    • Ausstattung
    • Betriebskosten
    • Weg zum Arbeitsplatz (Verkehrsmittel)
  • Verpflegung
  • Firmenrelevante Post (Gehaltsabrechnung)
  • Direkter Vorgesetzter im Einsatzland
  • Interkulturelle Vorbereitung: Einschulung, Einweisung, Kurse
  • Medizinische Versorgung
    • Ambulanzflug
    • Ärztliche Versorgung (ambulant/stationär)
    • Zusatzversicherung
  • Höhere Gewalt: siehe § 4 Abschnitt 6 ZKV Auslandsentsendung
  • Arbeitszeit, Urlaubsverbrauch, Feiertage
  • Arbeitsschutz und Sicherheit
    • siehe § 5 Abschn 3 ZKV Auslandsentsendung
    • Rechtsschutz (zB bei Arbeitsunfällen Dritter)
  • Private Kommunikation: Nutzung von Mobiltelefon und Internet
  • Bezugsgestaltung
  • Ansprechpartner für Beratungen über das Einsatzland
  • Sozialversicherung
    • Krankenversicherung
    • Unfallversicherung
    • Pensionsversicherung
    • Arbeitslosenversicherung
Zusatzkollektivvertrag
abgeschlossen zwischen dem Fachverband der Bauindustrie und der Bundesinnung Bau einerseits und dem Österreichischen Gewerkschaftsbund, Gewerkschaft GPA, andererseits, zum Kollektivvertrag für Angestellte der Baugewerbe und der Bauindustrie in der geltenden Fassung.


§ 1 Geltungsbereich
Dieser Zusatzkollektivvertrag erstreckt sich
a)  räumlich:
auf das Gebiet der Republik Österreich.
b)  persönlich:
auf alle Arbeitnehmer, die Angestellte im Sinne des Angestelltengesetzes sind und bei einem der in c) genannten Betriebe bzw. einer von diesen gebildeten Arbeitsgemeinschaft beschäftigt sind.
c)  fachlich:
auf alle Betriebe, deren Inhaber Mitglieder der Bundesinnung Bau oder des Fachverbandes der Bauindustrie sind bzw. die von diesen Betrieben gebildeten Arbeitsgemeinschaften, wobei die Anwendbarkeit auf den Neubau im Wiener U-Bahnnetz (U2 und U5) eingeschränkt ist.
d)  zeitlich:
Der Kollektivvertrag tritt am 1. Mai 2021 in Kraft und tritt mit Ablauf des 30. April 2028 außer Kraft.


§ 2 Taggeld
Die weit entfernte Baustelle im Sinne des § 16 Z 3 des Kollektivvertrags für Angestellte der Baugewerbe und der Bauindustrie wird wie folgt ergänzt:
"Eine weit entfernte Baustelle liegt auch vor, wenn die U-Bahn-Baustelle vom Wohnort mehr als 120 km entfernt ist oder der Arbeitgeber die auswärtige Nächtigung anordnet."



Wien, 28. Mai 2021
BUNDESINNUNG BAU
FACHVERBAND DER BAUINDUSTRIE
ÖSTERREICHISCHER GEWERKSCHAFTSBUND,
GEWERKSCHAFT GPA
WIRTSCHAFTSBEREICH BAU, WOHNBAU
Zusatzkollektivvertrag
abgeschlossen zwischen dem Fachverband der Bauindustrie und der Bundesinnung Bau einerseits und dem Österreichischen Gewerkschaftsbund, Gewerkschaft GPA, andererseits, zum Kollektivvertrag für Angestellte der Baugewerbe und der Bauindustrie in der geltenden Fassung.


§ 1 Geltungsbereich
a)  räumlich:
auf das Gebiet der Republik Österreich.
b)  persönlich:
auf alle Arbeitnehmer, die Angestellte im Sinne des Angestelltengesetzes sind und bei einem der in c) genannten Betriebe bzw. einer von diesen gebildeten Arbeitsgemeinschaft beschäftigt sind.
c)  fachlich:
auf alle Betriebe, deren Inhaber Mitglieder der Bundesinnung Bau oder des Fachverbandes der Bauindustrie sind bzw. die von diesen Betrieben gebildeten Arbeitsgemeinschaften.
d)  zeitlich:
Der Kollektivvertrag tritt am 1. April 2021 in Kraft und tritt mit Ablauf des 31. März 2022 außer Kraft.


§ 2 Ausübung der Option zur Anwendung des Jahresarbeitszeitmodells
1.  Die Bestimmungen dieses Kollektivvertrags kommen nur für jene Arbeitsverhältnisse zur Anwendung, die ihm durch eine "Betriebsvereinbarung zur Anwendung des Jahresarbeitszeitmodells" unterworfen werden. Diese Betriebsvereinbarung ist den Kollektivvertragsparteien der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmerseite zu übermitteln.
Eine solche Betriebsvereinbarung kann nur für Angestellte vereinbart werden, die überwiegend ihre Arbeitsleistung auf Baustellen erbringen (beispielsweise Poliere, Bauleiter).
2.  In Betrieben ohne Betriebsrat kann der Betriebsinhaber mit der Gewerkschaft GPA eine entsprechende schriftliche Vereinbarung treffen.


§ 3 Durchrechnung der Jahresarbeitszeit
1.  Bei Arbeitsverhältnissen, für die gemäß § 2 das Jahresarbeitszeitmodell vereinbart wurde, wird der Durchrechnungszeitraum gemäß § 9 Abs 4 AZG mit 1. April 2021 bis 31. März 2022 festgelegt.
2.  Die gesamte Arbeitszeit darf in diesem Zeitraum 2.340 Stunden nicht überschreiten, sodass die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit 45 Stunden nicht überschreiten darf.


§ 4 Zeitausgleich
1.  Bei Arbeitsverhältnissen, für die gemäß § 2 das Jahresarbeitszeitmodell vereinbart wurde, gebührt dem Arbeitnehmer eine Entlohnung der Überstunde gemeinsam mit der Gehaltsabrechnung für jenen Entgeltzahlungszeitraum, in dem die Überstunde erbracht wurde.
2.  Darüber hinaus erwirbt der Arbeitnehmer für jede elfte und zwölfte Tagesarbeitsstunde einen Anspruch auf eine Zeitgutschrift in Höhe von 20 Minuten.
Diese Zeitgutschrift muss nicht im Entgeltzahlungszeitraum, wohl aber bis zum Ende des Durchrechnungszeitraums durch Zeitausgleich ausgeglichen werden. Der Arbeitgeber hat den Arbeitnehmer in der Gehaltsabrechnung über das Ausmaß der Zeitgutschrift zu informieren.
3.  Eine am Ende des Durchrechnungszeitraums nicht ausgeglichene Zeitgutschrift nach Ziffer 2 wird mit einem Betrag von 80 Prozent von 1/169 des kollektivvertraglichen Gehalts pro geleisteter Überstunde abgegolten. Bemessungsgrundlage für diese Abgeltung ist das kollektivvertragliche Gehalt zum Zeitpunkt der Auszahlung.
4.  Endet das Arbeitsverhältnis vor dem Ende des zeitlichen Geltungsbereichs dieses Kollektivvertrags, gebührt dem Arbeitnehmer die Abgeltung allfälliger nicht durch Zeitausgleich ausgeglichener Zeitguthaben nach Z 2 mit der in Z 3 genannten Berechnungsart, wenn das Arbeitsverhältnis durch gerechtfertigte Entlassung oder berechtigten Austritt endet. In allen anderen Fällen der Beendigung verlängert sich das Arbeitsverhältnis um das bestehende Zeitguthaben.
5.  Wird die Arbeitszeit regelmäßig auf sechs Tage aufgeteilt, sodass der Arbeitnehmer an den anderen fünf Tagen höchstens zehn Stunden pro Tag arbeiten muss, gebührt für jede am Samstag geleistete Stunde ein Zeitguthaben unter sinngemäßer Anwendung der Z 2 und 3.


§ 5 Evaluierung
Die Kollektivvertragsparteien werden während der Laufzeit dieses Kollektivvertrags die Vereinbarung gemeinsam laufend evaluieren, um daraus Erkenntnisse für eine gleichartige unbefristete Regelung zu gewinnen.



Wien, 2. Juni 2021
BUNDESINNUNG BAU
FACHVERBAND DER BAUINDUSTRIE
ÖSTERREICHISCHER GEWERKSCHAFTSBUND,
GEWERKSCHAFT GPA
WIRTSCHAFTSBEREICH BAU, WOHNBAU