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GBH: Skandal in der WKO - Arbeitgeber bekommen Maulkorb

Bundesinnung verhängt Meinungsverbot anlässlich Gewerkschaftsumfrage

Bundesinnung Holz- und Kunststoffverarbeitendes Gewerbe verhängt Mitgliedsbetrieben Meinungsverbot anlässlich einer Gewerkschaftsumfrage

Wien (GBH/ÖGB). Die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) befindet sich im Lohnkampf mit den Arbeitgebern des Holz- und Kunststoffverarbeitenden Gewerbes. Die Chefverhandler auf Arbeitgeberseite sind nicht bereit, auch Ist-Löhne – also die tatsächlichen Löhne – kollektivvertraglich zu erhöhen. Seit 1. Mai besteht ein vertragsloser Zustand. Somit ist dem Lohn- und Sozialdumping Tür und Tor geöffnet.

Unerwartet traf die Arbeitgeberseite eine von der GBH gestartete Umfrage unter 3.046 Betrieben. GBH-Bundesvorsitzender Abg. z. NR Josef Muchitsch: „Ziel unserer Umfrage ist es, herauszufinden, wie die Stimmung unter den Arbeitgebern wirklich ist und wie diese zu einer längst fälligen vertraglich geregelten Ist-Lohn-Erhöhung stehen. Vor dem Ergebnis fürchten sich die Chefverhandler auf Arbeitgeberseite anscheinend. In einem Schreiben fordern sie nun ihre Mitgliedsbetriebe auf, nicht an unserer Umfrage teilzunehmen. Dieser Maulkorberlass ist ein Skandal. Ich appelliere an die Meinungsfreiheit der Arbeitgeber und bitte diese weiterhin um rege und ehrliche Teilnahme. Den Teilnehmern an der Umfrage sei an dieser Stelle nochmals versichert, dass wir die Daten absolut anonym behandeln. Uns geht es um ein Gesamtstimmungsbild innerhalb der Branche“.

GBH-Umfrage findet regen Zuspruch unter den Arbeitgebern und wird fortgesetzt

Bereits am ersten Tag bekam die GBH immerhin 104 Rückantworten von den Arbeitgebern. Die erste Hochrechnung ergibt ein überraschendes Ergebnis. Immerhin 59,57 Prozent sprechen sich dabei für eine kollektivvertragliche Ist-Lohnerhöhung aus und stimmen somit gegen ihre Chefverhandler. Auf die Fragestellung: Glauben Sie, dass junge Menschen das Handwerk des Tischlers oder des Kunststoffverarbeiters erlernen wollen, wenn kein gültiger Kollektivvertrag vorhanden ist, antworten 42,55 Prozent mit Ja. Eine verstärkte sozialpartnerschaftliche Zusammenarbeit wünschen sich erfreulicherweise 89,36 Prozent der Arbeitgeber.

Ein neuer Verhandlungstermin steht noch nicht fest. Die Protestaktionen der Gewerkschaft gehen weiter. Am 4. Juni werden die Gewerkschaftsgremien über weitere Protestaktionen entscheiden. Diese werden jedoch nicht mehr so human und rücksichtsvoll für die Arbeitgeber gestaltet werden wie die bisherigen.

Muchitsch zeigt sich kampfbereit: „Wenn den Dienstgebern die gelbe Karte nicht reicht, werden wir ihnen auch gerne die rote Karte zeigen. Von Einschüchterungsaktionen werden weder wir uns noch jene Dienstgeber sich beeindrucken lassen, die ihren Tischlern und Kunststoffverarbeitern gerne eine faire Lohnerhöhung zukommen lassen würden."

Service: Anonymisiertes Schreiben der WKO an ihre Mitgliedsbetriebe, Fragebogen der Gewerkschaft Bau-Holz inkl. Hochrechnung

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